Instagram und TikTok gehören zu den am stärksten frequentierten sozialen Plattformen weltweit. Die Veröffentlichung oder Weiterleitung von Deepfakes auf diesen Plattformen kann schnell ein erhebliches strafrechtliches Risiko darstellen. Für potenzielle Beschuldigte ist entscheidend zu verstehen, dass nicht nur die Erstellung der Inhalte strafbar sein kann, sondern bereits das Bereitstellen oder Teilen auf Social-Media-Kanälen als rechtswidrig gewertet werden kann.
Relevante Straftatbestände
Die zentrale Norm ist § 201a StGB – Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen, wenn die Deepfakes intime Szenen ohne Einwilligung der abgebildeten Person zeigen. Darüber hinaus können §§ 185 ff. StGB greifen, wenn die Inhalte das Ansehen der betroffenen Person schädigen oder beleidigenden Charakter haben. Auch § 253 StGB – Erpressung kann relevant werden, wenn die Verbreitung mit Drohungen verbunden ist. Für Beschuldigte gilt: Die strafrechtliche Relevanz entsteht unabhängig davon, ob die Inhalte nur digital existieren oder realistische Szenen simulieren.
Ermittlungsrisiken
Die Polizei und Staatsanwaltschaft sichern bei Hinweisen oder Strafanzeigen die Plattformdaten, analysieren Metadaten der Inhalte und Kommunikationsverläufe, um die Verantwortlichen zu identifizieren. Beschuldigte müssen mit Vorladungen, Hausdurchsuchungen und der Sicherstellung digitaler Geräte rechnen. Jede eigenmächtige Maßnahme, wie das Löschen der Inhalte oder das Abmelden von Konten, kann die Verteidigung erschweren.
Risiken für Beschuldigte
Die hohe Reichweite und schnelle Viralität von Instagram und TikTok erhöhen die Schwere der Tat und damit den potenziellen Strafrahmen. Besonders problematisch wird es, wenn die Inhalte gezielt manipuliert wurden, um Personen zu diffamieren oder unter Druck zu setzen.
Deepfakes auf Instagram und TikTok bergen ein erhebliches strafrechtliches Risiko. § 201a StGB, §§ 185 ff. StGB und § 253 StGB greifen bereits bei digital erzeugten Inhalten. Für potenzielle Beschuldigte ist frühzeitige anwaltliche Unterstützung entscheidend, um die rechtliche und technische Lage zu prüfen, Verteidigungsstrategien zu entwickeln und die eigene Position im Verfahren zu sichern.
